ROBUST, LANGLEBIG UND WIEDERBESOHLBAR

Als Machart bezeichnen wir Schuhmacher, wie der Schaft eines Schuhs, also das Oberteil und die Sohle miteinander verbunden werden. Im Laufe der Zeit haben sich verschiedene Arten Schuhe herzustellen entwickelt. Es gibt aber nur zwei Arten, um wirklich robustes und langlebiges Schuhwerk zu produzieren: Zwiegenäht und klebegezwickt. Genau aus diesem Grund haben wir uns bei Hanwag für diese Macharten entschieden.

Wir sind damit der einzige deutsche Hersteller von Berg- und Trekkingschuhen, der sämtliche Schuhe zwickt, oder auf die alte Kunst des Zwienähens zurückgreift. Nebenbei erhalten wir damit eine traditionelle Handwerkskunst, die nur noch von wenigen Schuhmachern beherrscht wird. Dank gezwickter und zwiegenähter Machart sind alle Hanwag Modelle neu besohlbar. Die Wiederbesohlung von Schuhen, die perfekt eingelaufen sind und bereits Jahrzehnte auf dem Buckel haben, erfüllt uns mit Stolz.

GEZWICKTE MACHART

Bei Hanwag fertigen wir sämtliche Modelle, die nicht nach alter Handwerkskunst zwiegenäht werden, in gezwickter Machart.

Bei diesem handwerklich anspruchsvollen und aufwändigen Verfahren zieht der Schuster den Schaft über den Leisten nach unten über die Brandsohle und fixiert diesen, so dass eine Einheit entsteht. Unter hohem Druck werden Schaft und Brandsohle verklebt. Anschließend werden Zwischen- und Laufsohle montiert. Das ist der eindeutig beste Kompromiss aus langer Haltbarkeit, hoher Performance und vertretbarem Aufwand. Die großen Vorteile des klebegezwickten Schuhwerks sind eine besondere Formbeständigkeit und Langlebigkeit bei der richtigen Pflege.

Wir sind vermutlich der weltweit einzige Hersteller, der auch alle Halbschuhe zwickt. Der Nachteil des Klebezwickens ist eine sehr aufwändige Produktion, die den Schuh etwas teurer macht. Falls die Laufsohle verschlissen ist, kann der Schuh ohne Probleme neu besohlt werden. Das machen wir bei Hanwag in Vierkirchen selbst. Vielen Kunden nehmen diesen Service gerne in Anspruch, schließlich sind ihre Schuhe perfekt eingelaufen. Und häufig „kleben“ daran wunderbare Erinnerungen. Immer wieder erhalten wir Schuhe zur Wiederbesohlung, die schon Jahrzehnte auf dem Buckel haben. Da blüht unser Handwerkerherz voller Stolz auf.

ECHT ZWIEGENÄHT

Seit mehr als 90 Jahren fertigen wir robuste Lederstiefel nach der echt zwiegenähten Machart.

Wir können behaupten, dass wir zu den wenigen Schuhmachern gehören, die noch heute diese traditionelle und handwerklich anspruchsvolle Machart beherrschen. Zunächst stanzen wir die Brandsohle (die bezeichnet man gerne als „Herzstück“ des Schuhs, weil sie von außen später nicht sichtbar ist) aus und heften diese auf den Leisten. Dann geht es an die erste Naht, die so genannte Einstechnaht: Wir nähen das Oberleder mit dem Futter und der Brandsohlenlippe (das ist eine Erhebung am Rand der Brandsohle) zusammen. Ist diese erste Naht fertig, muss man „ausschlagen“. Das heißt, wir legen Oberleder und Futter im rechten Winkel nach außen. Bei einigen Modellen kommt außen noch der Rahmen dazu. In dieser Position entfernen wir mit einem scharfen Werkzeug den Überstand von Vorder-, Hinterkappe und vom Futter. Der Überstand, also das „Zuviel“ an Oberleder bleibt – wir nähen es bei der zweiten Naht mit um. Diese zweite Naht ist jetzt an der Reihe. Man nennt sie Doppelnaht, sie verbindet Oberleder, Rahmen (bei einigen Modellen) und Zwischensohle. Das Oberleder ist so fest durch zwei Nähte mit dem Schuhboden verbunden. Fertig ist der echt „zwiefach“ Genähte!

Das war die Erklärung der „echten“ Variante, die wir ausnahmslos bei Hanwag anwenden. Viele Hersteller fertigen „verfälschtes“ zwiegenähtes Schuhwerk. Wie das funktioniert kannst du unten nachlesen. Aber auch bei dieser traditionellen Machart ist die Zeit nicht stehen geblieben. Früher musste man als „Preis“ für die lange Haltbarkeit der echt Zwiegenähten eine gewisse – nicht immer angenehme – Einlaufzeit aufbringen. Heute sorgen moderne Polsterschäume, weiche Futterleder und handwerkliches Können dafür, dass Zwiegenähte nur eine kurze Einlaufzeit benötigen – manchmal sogar gar keine!

 

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